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Geschichte der «Chasa Flurina»

Das Lebenswerk von Ruth und Ueli Hintermann

2015

Nach ein paar ereignisreichen Jahren, kann das Jahr 2015 eher als ruhigeres Jahr im positiven Sinne bezeichnet werden. Die vom Kanton geforderte Trennung der Besitzverhältnisse zwischen dem Verein und dem Leiterpaar Ruth und Ueli Hintermann ist vollzogen. Bernhard Rohr hat sich in der Zwischenzeit gut in Lavin eingelebt und sein (geografischer) Abstand zu Zürich hat seinem Herzblut für den Fussballclub Zürich keinen Abbruch getan. Susanne Gross tritt aus dem Vereinsvorstand aus. Sie hat das Konzept und den Inhalt des Qualitäts-Managements der Chasa Flurina verfasst. Mit ihrer Arbeit hat sie die Daseinsberechtigung des Vereins gegenüber dem Kanton und somit den Fortbestand für die Zukunft sichergestellt. Für ihre Arbeit möchten wir uns hiermit herzlich bedanken.

2014

Das Jahr 2014 ist für die Chasa Flurina das Jahr der Veränderungen. Seit der Gründung 1978 wurde die Chasa Flurina im Familienbetrieb geführt. Die kurzen Informationswege und schlanke Administration innerhalb des privatwirtschaftlich geführten Familienbetriebes waren und sind die grossen Stärken der Chasa Flurina und ermöglichten bisher die Konzentration aller Ressourcen auf die agogische Arbeit. Die Nachfolge der Chasa Flurina wird nicht innerhalb der Familie stattfinden. Gleichzeitig steht die Chasa Flurina als kleine Institution immer neuen zum Teil tiefgreifenden Anforderungen und Forderungen der Kantonalen Administration aber auch Politik gegenüber. Der Verein ist deshalb gezwungen den Familienbetrieb organisatorisch und buchhalterisch so zu entflechten, dass er diesen Ansprüchen genügt. Der institutionelle Aufbau der Chasa Flurina wurde nun restrukturiert. Mit der Neugestaltung der Homepage hat die Chasa Flurina dank Urs Obrist und Claudio Wolfer eine wichtige Plattform erhalten, welche die Grundidee und Philosophie des Hauses treffend darstellt. Gleichzeitig darf die Chasa Flurina einen über 30 Jahre hinweg treuer Gast „Bernhard Rohr“ als fester Bewohner begrüssen. Wir freuen uns sehr darüber.

2013

Das Dach der Chasa Flurina ist weitgehend bezahlt. Mit Christian Hitz, darf die Chasa Flurina einen neuen Bewohner in Lavin willkommen heissen. Gleichzeitig kündigen Kathrin und Marcel Engel in diesem Jahr leider an, dass sie ihre Arbeit in der Chasa Flurina voraussichtlich im Juli 2014 beenden werden. Aufgrund der neuen und vielfältigen Herausforderungen zur Zukunftssicherung der Chasa Flurina beschliesst der Vorstand in diesem Jahr eine Reorganisation der operativen und strategischen Führung. Diese Reorganisation hat zum Ziel, sowohl die operative, als auch strategische Führung in ihrer Arbeit mit den Bewohnern, in der Administration, aber auch die Arbeit mit den Behörden, auf verschiedene Schultern zu verteilen. Eine bessere Arbeitsverteilung und ein koordinierteres Vorgehen soll eine allgemeine Arbeitsentlastung zum Ziel haben.

2012

Nach langer Planung wird in diesem Jahr das gesamte Dach der Chasa Flurina neu gedeckt. Dank der Unterstützung der Schweizer Berghilfe ist die Hälfte des Daches finanziert. Die andere Hälfte bezahlt die Chasa Flurina mit einem Kontokorrent Kredit der Bank und mit Spenden. Kathrin und Marcel Engel mit ihren zwei Söhnen Norwin und Albin ziehen nach Lavin und arbeiten in der Chasa Flurina mit dem Ziel, das Haus längerfristig zu übernehmen.  Otto Felix schliesst seinen freiwilligen Dienst in der Chasa Flurina ab. Der Kanton verlangt von sozialen Institutionen im Kanton neu ein Qualitätsmanagement. Susanne Gross und Ueli Hintermann arbeiten mit Hochdruck an diesem Dokument. Leider liegt der Jahresverlust in diesem Jahr bei 38`913 Franken. Ein Bewohner weniger macht sich nun bemerkbar

  • 1927 Aufenthaltstage
„Es wäre zu kurz gegriffen, die Übernahme der Chasa Flurina durch die Familie Engel auf einen Generationenwechsel zu reduzieren. Mit Kathrin und Marcel Engel kommen Persönlichkeiten nach Lavin, die die humanistische Kultur der Begleitung von Menschen mit speziellen Bedürfnissen in der Chasa weiter auf ihre Art prägen und entwickeln werden.“ Christian Gaegauf

2011

Nebst dem Abschluss der Gartenneugestaltung wurde in diesem Jahr auch ein Carport erstellt. Höhepunkt waren sicher die Sommerferien im Tessin, welche durch zweckgebundene Spenden ermöglicht wurden. Die Rechnung schliesst mit einem Jahresgewinn von 25'483.72 Franken ab.

  • 2129 Aufenthaltstage
„Bei schönstem Sommerwetter verbrachten wir schöne Tage mit Ausflügen, Baden, Einkaufen, Kochen und Bräteln,“ Ueli Hintermann

2010

Dank zweckgebundener Spenden konnte der Garten inklusive Sitzplatz neu gestaltet werden. Der Garten bietet nun mehr ebene Flächen, was für die Bewohner und Bewohnerinnen der Chasa Flurina natürlich eine Erleichterung darstellt. Ausserdem wurde eine Trockenmauer erstellt und die Bepflanzung erneuert und erweitert. Auch dieses Jahr schliesst die Rechnung positiv, die Schulden des Vereins konnten somit weiter abgebaut werden.

  • 2286 Aufenthaltstage
„es gibt keine Bewährungsfrist, um einen Platz in der Chasa Flurina zu erhalten. Wenn Ueli Hintermann sich für die Aufnahme eines Menschen entschieden hat, wird dieser nicht mehr fallen gelassen – auch nicht in Krisenzeiten.“ Ruth und Christian Gaegauf, Eltern eines Bewohners

2009

2009 wurden für die Chasa Flurina wichtige Weichen für die Zukunft gestellt. Nachdem der Kanton Graubünden der Interkantonalen Vereinbarung für soziale Einrichtungen (IVSE) beigetreten war, musste die Chasa Flurina um eine entsprechende Betriebsbewilligung ersuchen, die den Kriterien der IVSE entsprach. Das bedeutete auch diverse Umstrukturierungen in Administration und Betrieb. Die Bewilligung wurde im Juni erteilt.

  • 2220 Aufenthaltstage
„wir haben nun die Basis für den weiteren Betrieb der Chasa Flurina gelegt.“ Ueli Hintermann

2008

30 Jahre Chasa Flurina

Der Verein Chasa Flurina überarbeitet sein Leitbild und das Betriebskonzept und präsentiert dieses in neuer, ansprechender Form. Das 30-Jahre-Jubiläum wird mit einem „Tag der offenen Türe“ mit Brunch gefeiert.

Die Chasa Flurina feiert 2008 ihr30-Jahre-Jubiläum
„Die meisten Besucher kommen regelmässig. Diese Kontinuität haben wir von Anfang an angestrebt; die „Chasa Flurina“ soll die Eltern entlasten und für unsere Gäste zu einem zweiten Zuhause werden“, sagt Ruth Hintermann, Heilpädagogin und Logopädin. Das Ziel des „Vereins Chasa Flurina“ liegt darin, die Bewohnerin einer überschaubaren und familiären Atmosphäre zu integrieren und sie zu möglichst viel Selbstständigkeit zu ermutigen. Ueli Hintermann, Sozialpädagoge und Psychologe, erklärt dies wie folgt: „Meine Mitarbeiter und ich versuchen, die Unabhängigkeit des Einzelnen zu fördern; seine Eigenaktivität zu stärken, damit die Schwächen in den Hintergrund treten. Es soll keine Situation im Leben eines Bewohners geben, in der er das Gefühl hat, das Wohlwollen und die Bejahung durch die Mitarbeitenden prinzipiell verloren zu haben.“
Die Nachfrage nach Betreuungsplätzen, wie sie in der „Chasa Flurina“ angeboten werden, ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen. Dazu beigetragen hat nicht zuletzt auch die vermehrte öffentliche Beachtung.
1991 drehte das Schweizer Fernsehen für die Sendung „Mitenand“ einen Beitrag über die „Chasa Flurina“;

2007

Ein Jahr der personellen Neuausrichtung: Ruth Hintermann hat die Ausbildung als Berufsbildnerin absolviert. Mit Alex Däniker wird erstmals ein Lehrling in der Richtung „Fachperson Betreuung“ ausgebildet. Er wird seine Lehre 2009 abschliessen. Rita Inderbitzin unterstützt die Chasa Flurina als Köchin. „Bezüglich Schuldenabbau müssen wir uns 2007 klar der Beurteilung „nicht erfüllt“ stellen“, schreibt Marcel Candraja im Jahresbericht. Das Ziel des Vereins: Schuldenfrei zu sein bis im Jahr 2015. Im März zieht ein neuer Gast in der Chasa Flurina ein: Ein junger Airedale-Terrier namens „Struppi.“ Glück im Unglück hatte Ueli Hintermann im August: Er fiel bei Arbeiten vom Vordach. Die Folge: Verschiedene Brüche und 14 Wochen Arbeitsunfähigkeit.

  • 1861 Aufenthaltstage
„Durch die Arbeit in der Chasa Flurina lernte ich Mitmenschen kennen, zu denen ich vorher keinen Zugang hatte. Das offene Haus, die lebensnahen zwischenmenschlichen Erfahrungen und die vielfältigen Gespräche geben mir viel für meinen persönlichen Alltag.“ Nelly Däniker

2006

Seit sechs Jahren verbringt der heute 16jährige Renato seine Sommerferien in der Chasa Flurina. Als Dank dafür organisierte seine Mutter Vreni einen Sponsorenlauf der besonderen Art: Gemeinsam mit Renato wanderte sie innert 11 Tagen von Lavin nach Lufingen – eine Strecke von knapp 300 Kilometern. Dadurch kam der Verein Chasa Flurina zu einer ungewohnt hohen Medienpräsenz: Diverse Lokalzeitungen und Radiostationen widmeten sich der Arbeit von Ueli und Ruth Hintermann. Und sogar in der Sendung „Quer“ des Schweizer Fernsehens fiel der Name Chasa Flurina. Dank dem Sponsorenlauf kamen für den Verein stolze 25'000 Franken zusammen.
Daneben werden im 2006 mit 2065 so viele Aufenthaltstage notiert wie noch nie. Dank Zuwendungen von zweckgebundenen Mitteln der Stiftung Sternschnuppe, der Stiftung für das behinderte Kind, der Familien-Vontobel-Stiftung, der Aktion „Denk an mich“ und der „Stiftung für das cerebral gelähmte Kind“ wird der neue Bus vollumfänglich aus Spendengeldern finanziert. Auch die Rechnung schliesst positiv, sodass Abschreibungen auf den Umbaukosten und Fahrzeugen möglich sind.

  • 2065 Aufenthaltstage
„Renato und ich könnten ja zum Beispiel als nächstes Projekt mit einem Gepäckesel bis zum Meer wandern oder zu Fuss Freunde in Mazedonien besuchen.“ Vreni Lüthi

2005

Die Chasa Flurina bietet Menschen seit 28 Jahren einen tragfähigen Lebensraum und soziale Strukturen an. Wir begleiten diese Menschen so, dass sie wieder Boden unter die Füsse bekommen“, schreibt Marcel Candraja im Jahresbericht. Der Verein Chasa Flurina ist dank eigener Homepage nun auch im Internet präsent. Trotz rückläufiger Spendeneinnahmen schliesst die Rechnung mit schwarzen Zahlen, respektive einem Gewinn von rund 500 Franken.

  • 1467 Aufenthaltstage
„Am liebsten mache ich Ausflüge mit dem Auto. Auch nach Chur gehe ich gerne, wir gehen dann einkaufen. Dafür spare ich extra mein Sackgeld.“ Monika Schweizer

2004

Auch im Jahr 2004 sind die „Lions“ wieder aktiv: Diesmal steigen sie ins Untergeschoss der Chasa Flurina und erneuern dort an einem Wochenende die Garderobe. Eine Bau sowie Elektrofirma aus dem Unterengadin kümmert sich um den neuen Verputz und die elektrischen Installationen; den Boden aus Jurasteinmosaik verlegt Ueli Hintermann unter Mithilfe von Raphael, Renato und Florian. Der Baumeister, der Elektriker und alles Material werden vom Lions Club finanziert.
Die Rechnung schliesst mit einem Verlust von rund 10'000 Franken. Ruth Hintermann wird im Sommer 2004 pensioniert und will sich dann vermehrt ihren Hobbies widmen. „Ich freue mich auf diesen Lebensabschnitt“, sagt Ruth Hintermann.

  • 1616 Aufenthaltstage

Zitat
„Noch vor kurzem durchschritten wir mit Domenig einen völligen Nullpunkt. Und jetzt: Sommerferien mit Schwimmen in den Juraseen, Velofahren an der Aare, Einkehren in Restaurants – alles, was mit Domenig seit Jahren nicht mehr möglich war. Das Leben hat Domenig wieder!“
Ruth und Christian Gaegauf

2003

25 Jahre Chasa Flurina: „Total haben uns in diesen 25 Jahren wohl etwa 300 verschiedene Leute besucht – im Alter von anderthalb bis 75 Jahren. Oder waren es mehr? Ehrlich gesagt: Das weiss ich gar nicht so genau“, blickt Ueli Hintermann zurück.
„Sorgen bereiteten uns in all den Jahren eigentlich nur die Finanzen. Wir haben deshalb jedes Jahr mit einem Lohnverzicht aktiv die Rechnung entlastet. Das ist unser Beitrag an den Verein“, so Ruth Hintermann. Seit dem Sommer 2003 wird im Garten sowie im Erdgeschoss des Hauses je eine Ferienwohnung mit Schlafzimmer, Küche und Wohnzimmer vermietet. Erste Buchungen konnten bereits notiert werden. Die Einnahmen gehen vollumfänglich zugunsten des Vereins. Dieser beschäftigt sich auch mit dem Gedanken, eine eigene Homepage zu kreieren.

  • 2084 Aufenthaltstage
„Ueli Hintermann rief uns an und sagte, er und seine Frau würden sich freuen, Domenig bei sich aufzunehmen. Dass sich jemand auf unseren Sohn freut, haben wir in den letzten22 Jahren nie erleben dürfen.“Ruth und Christian Gaegauf

2002

2002

Der Lions Club Wädenswil legt in Fronarbeit Parkett. Acht Clubmitglieder reisen an zwei Wochenenden nach Lavin und arbeiten vom Morgen früh bis am Abend spät. Seither können die Gäste der Chasa Flurina auf luxuriösen Trittschallböden auf einem schönen Parkett herumspazieren, spielen und arbeiten. Hanspeter Gilg vom Lions-Club: „Am Abend waren wir Nichthandwerker allerdings jeweils ziemlich am Rumpf.“
Zwischen Weihnachten und Neujahr steigt die 20jährige Heizung aus; sie muss ersetzt werden. Auch das Dach bedarf bis spätestens zwei Jahren einer Sanierung. Die Chasa Flurina erhält besonderen Besuch: Otto Felix, frühzeitig pensioniert, hilft tatkräftig in Haus und Garten mit. Die Chasa Flurina war sein Elternhaus; er hat seine Kindheit in Lavin verbracht.
Der Verein kann 2002 eine ausgeglichene Rechnung präsentieren. „Die Spendeneinnahmen liegen immer noch bei sehr erfreulichen 113’000 Franken, obwohl wir einen Rückgang von rund 36 Prozent verzeichnen mussten“, schreibt Marcel Candraja im Jahresbericht.

  • 2038 Aufenthaltstage

Zitat
„Er ist nicht mehr „en grosse Stürmi“, sondern zeigt sich zunehmend ausgeglichener und zufriedener. Die Familie Hintermann zeigt ihm Wege, mit seinen Aggressionen und Ängsten besser umzugehen. So ist er zum Teil über alte Verhaltensmuster hinausgewachsen.“ Elisabeth, Mutter von Ueli

2001

Mit der Verleihung des Cerebralpreises 2001 hat die Stiftung Cerebral die Leistungen von Ruth und Ueli Hintermann geehrt. Martin Plattner von der Stiftung „Denk an mich“ würdigte in seiner Laudatio die Geehrten als Ehepaar, „das sich für den Weg des Glücks und nicht für den Reichtum entschieden habe.“ Und weiter: „Mit bescheidenen Lohnanteilen – will heissen, eher von der Hand in den Mund – lebend verfolgten Ruth und Ueli Hintermann unbeirrbar ihr Ziel.“
Den Preis in der Höhe von 20'000 Franken spenden Hintermanns dem Verein Chasa Flurina. Plattner schloss mit den Worten: „Die beiden sind in einem Bereich tätig, der eigentlich noch viele solche Hintermänner und Frauen nötig hätte.“
Unterstützung gibt’s auch von anderer Seite: Die Kiwanis International, District Switzerland-Liechenstein, organisieren eine Sozialaktion zugunsten des Vereins. Cécile Huber schreibt ihre Erfahrungen und Erlebnisse mit ihrem Sohn Raphael nieder; das Buch trägt den Titel „Raphael lernt leben“ und erscheint 2001. Susanne Gross, die von 1999 bis 2001 als Teilzeit-Angestellte in der Chasa Flurina tätig war, notiert im Jahresbericht: „Ich habe nie an einem Ort lieber gearbeitet als hier.“

  • 1903 Aufenthaltstage
„Wenn einem eine Tätigkeit gefällt, dann ist die Motivation auch nach über 20 Jahren noch gross. Ich interessiere mich für die Menschen, die bei uns ein- und ausgehen. Ich glaube, das ist eine der wichtigsten Voraussetzungen.“ Ruth Hintermann

2000

Erneute Bautätigkeit: Im Untergeschoss der Chasa Flurina wird eine Toilette mit Dusche eingebaut und die längst fällige Garage erstellt. Trotz grosser Bemühungen kann nicht an die Spenden-Situation vom Vorjahr angeknüpft werden. „Uns wurden mündliche Zusagen gemacht, wonach wir in diesem Jahr mit Spenden in der Höhe von rund 60'000 Franken rechnen können. Leider werden diese Beträge erst im Jahr 2001 eintreffen, ansonsten hätten wir eine fast ausgeglichene Rechnung präsentieren können“, schreibt Marcel Candraja im Jahresbericht.

  • 2136 Aufenthaltstage
„Als wir Marcel nach drei Wochen wieder in Lavin abholten, war es für uns wie ein Wunder: Marcel war ruhig und ausgeglichen; er war wieder sich selbst.“ Rosmarie Ryf

1999

Freude herrscht: Erstmals gelingt es dem Verein, einen markanten Einnahme-Überschuss zu erwirtschaften (knapp 110'000Franken). Gründe dafür sind Mehreinnahmen bei den Pensionsgeldern, höhere Spenden sowie die Anstellung von Teilzeitangestellten. Die „Stiftung für das cerebral gelähmte Kind“ erlässt der Chasa Flurina Schulden von 40'000 Franken. „Dennoch sind wir finanziell noch nicht über dem Berg“, schreibt Marcel Candraja im Jahresbericht. Die Verschuldung beträgt Ende 1999 immer noch 650'000Franken.

  • 2061 Aufenthaltstage

1998

20 Jahre Chasa Flurina!
Die Nachfrage nach Ferienplätzen hält unverändert an. Ueli Hintermann schreibt im Jahresbericht: „Mit einigem Stolz und grosser Freude dürfen wir auf das Geleistete und die vielen Höhen und Tiefen zurückblicken. Wir erlauben uns die Aussage, dass die Chasa Flurina Geschichte geschrieben hat.“ Positives gibt es auch von der finanziellen Seite zu vermelden: Die Jahresrechnung schliesst mit einem Gewinn von 600 Franken.

  • 1608 Aufenthaltstage
„Da gab es dieses kleine Inserat, vermutlich 1978 im Tagesanzeiger. Es machte mich sehr neugierig, ich schnitt es aus und klebte es auf mein rotes Ideenheft. Also, da bot eine junge Familie Ferien für Geistig- und Körperbehinderte an… was für ein Gedanke! Natürlich wollte ich diese aussergewöhnliche Familie kennen lernen, aber es verging einige Zeit, bis es dazu kam.“Helga Iten-Schwarzbach

1997

Schlechte Nachrichten von den Finanzen: Die Spendeneinnahmen sind um fast 100'000Franken tiefer als im Vorjahr. „Bewusst gespart haben wir einmal mehr bei den Lohnauszahlungen. Durch weitere Sparmassnahmen auch bei den Autokosten, dem Liegenschaftsunterhalt und den Abschreibungen und der kostenbewussten Betriebsführung konnte der Aufwandüberschuss in Grenzen gehalten werden“, schreibt Präsident Marcel Candraja im Jahresbericht.
Die „Reisegruppe Flurina“ ist während einer Woche in Norddeutschland unterwegs. Marcel und Felix Hintermann fahren während den Sommerferien mit einigen Kindern ins Tessin zum Camping.
Raphael, seit acht Jahren Dauergast in der Chasa Flurina, wird 20 Jahre alt. In der Kirche von Lavin wird erneut ein Konzert zugunsten des Vereins veranstaltet.

  • 1583 Aufenthaltstage
„Zum Glück gibt es Ruth und Ueli Hintermann, die mir in langen Gesprächen halfen, mein Kind wieder zu verstehen, ihm zu helfen und stets fest an es zu glauben, was auch geschehen mag. Sie lehrten mich, wie ich Raphael durch unbedingte Konsequenz Sicherheit geben konnte.“ Cécile Huber

1996

Mit 1483 Aufenthaltstagen hat die Chasa Flurina einen Auslastungsgrad erreicht, der kaum mehr gesteigert werden kann. „Die Jahresrechnung zeigt eine erfreuliche Steigerung der Pensionsgelder und der Spenden; dem gegenüber stehen aber die gestiegenen Lohnkosten sowie die Abschreibungen, die den Ertrag merklich schmälern“, schreibt Präsident Marcel Candraja im Jahresbericht.
Eine neue Dienstleistung etabliert sich 1996: Die telefonische Beratung ist zu einem festen Bestandteil des Angebots geworden. Allein 1996 sind es 147 Anrufe, die in der Chasa Flurina eingehen – hauptsächlich von Menschen mit pädagogischen, partnerschaftlichen und psychischen Problemen.
Auch Renovationen standen 1996 an: Der Aufgang vom Keller ins Erdgeschoss wurde erneuert, die Treppe versetzt und die Wände verputzt. Während der Sommerferien fährt Ueli Hintermann mit Stefan mit dem Töff
nach Venedig. Simona Sax und die Nachbarn Elsa Rauch und Ric Nolfi versterben.

  • 1483 Aufenthaltstage
„In Lavin simmer akho nach 6 Stund; dört hetis zerscht begriesst der Hund. Dr Ueli und d’Ruth hänis denn empfange, dr Reto isch blibe 5 Wuche und ich bi denn nach 3 Tag wider gange.“ Auszug aus einem Gedicht von Anita Schucan

1995

1995 sei wohl zum ersten Mal in der Geschichte der Chasa Flurina ein ruhiges Jahr gewesen, schreibt Präsident Marcel Candraja im Jahresbericht. Die „Stiftung für das cerebral gelähmte Kind“ gewährt ein zinsloses Darlehen von 100'000 Franken. Dank Spenden der „Stiftung für das behinderte Kind“ konnten eine Waschmaschine mit Tumbler sowie ein Autobus angeschafft werden. Sechstes Konzert in der Kirche Lavin zugunsten der Chasa Flurina. Im Sommer fahren Kerstin und Marcel mit
einigen Kindern zum Camping nach Poschiavo. Ein weiterer Höhepunkt ist die Gourmet Woche im September: Koch Harry Beyeler und Konditor Armando Barberis, beide aus Basel, kreieren die feinsten Gerichte und Desserts. Zudem gibt es Besuch aus Weissrussland: Künstler Wladimir
Snarewitch malt Bilder in und von Lavin. Das langjährige Mitglied Annie Krocker verstirbt.

  • 1426 Aufenthaltstage
„Es ist für mich jedes Mal, als ob ich nach Hause käme; nein, da bei Euch fühle ich mich zu Hause. Die Leute – im Laden, in der Bäckerei, im Restaurant, im Dorf – nehmen mich einfach so, wie ich bin.“ Karin

1994

Der Umbau ist abgeschlossen: Gemäss Bauabrechnung wurde die Chasa Flurina während den letzten 15 Jahren für rund 1,5 Millionen Franken renoviert und erweitert. „Wir sind froh, dass die Phase der grossen Bauvorhaben nun abgeschossen ist. So bleibt uns mehr Zeit für unsere Gäste“, schreibt Ueli Hintermann im Jahresbericht. Die Musikgesellschaft Zernez veranstaltet ein Konzert zugunsten der Chasa Flurina.

  • 1417 Aufenthaltstage
„Wenn der Gast spürt: Es ist mehr als sein Sein, es ist sein Wohlsein erwünscht, so wird durch das „Gastgeben“ ein Raum der erwärmenden Freiheit und der Entfaltung geschenkt, der aus dem Alltäglichen herausgehoben ist, in dem das Besondere und Einzigartige aufblühen kann.“ Arnold

1993

15 Jahre Chasa Flurina: Am 6. Novemberwird das Jubiläum mit einer Fahrt von Chur nach Lavin in einem alten Salonwagen gefeiert. Hintermanns rechnen mit 20 bis 25 Personen; angemeldet haben sich 65;mitgefahren sind am Schluss 80 Gäste. In Lavin wird die gelungene Fassaden Renovation der Chasa Flurina gebührend gewürdigt. Das langjährige Vorstandsmitglied Gertrud Bernoulli-Beyeler sagt: „Ich möchte Ruth und Ueli Hintermann danken für ihre zuversichtliche Haltung und ihr jahrelanges Zurückstehen bei ihrem Lohnanteil. Ohne ihren unermüdlichen Einsatz wäre der Verein nicht mehr am Leben.“
Als weniger schöne Erinnerung ans Jahr 1993 verbleibt die formale Einsprache eines Nachbarn gegen die Rollstuhlgarage mit direktem Eingang ins Haus. Zudem verstirbt das langjährige Vorstandsmitglied Irmgard Graf.
„Finanziell sieht es 1993 noch nicht besser aus: Die betriebswirtschaftlich notwendigen Abschreibungen konnten kaum vorgenommen werden“, schreibt Präsident Marcel Candraja im Jahresbericht.

  • 1319 Aufenthaltstage
„Ich komme schon etwa seit zehn Jahren in die Chasa Flurina in die Ferien; meistens, wenn es mir nicht so gut geht. Ich fahre nach Lavin zu Hintermanns in die Erholung, weil ich hier meine Ruhe finde und so meine Krisen überwinden kann.“  Cony

1992

Die finanzielle Last der Umbauten beträgt mehr als das Doppelte als vorgesehen. Um die Aufwendungen für den Zinsendienst etwas zu mildern, wird die Chasa Flurina während der Abwesenheit von Ruth und Ueli Hintermann an Gruppen vermietet. Der Küchenumbau wird abgeschlossen. Die „Reisegruppe Flurina“ weilt für eine Woche in der Toskana. In der Kirche von Lavin geht das dritte Sommerkonzert zugunsten der Chasa Flurina über die Bühne. Maya Canonica-Reumer übernimmt das Amt der Kassierin. Vom Verein sind noch 370'000 Franken für die Bauphasen 1991, 1992 und 1993 zu finanzieren.

„Zum Fehler machen gehört eine Atmosphäre, die keine Perfektion und damit Fehlerlosigkeit abfordert. Dann erst können Fehler eingestanden und nach besseren Lösungen gesucht werden.“ Ueli Hintermann

1991

Der Umbau schreitet voran: Die alten Fenster werden ausgewechselt, das Erdgeschoss und der Vorplatz rollstuhlgängig gestaltet und die dringend nötige Sickerleitung ums Haus gelegt. Das Ziel, Rollstuhl-Patienten ohne Einschränkungen betreuen zu können, ist somit erreicht. Kassier Arturo Giovanoli gibt sein Amt ab. Anny Roth komponiert das „Flurina-Lied“;
SF DRS kommt nach Lavin und dreht einen fünfminütigen Film für die Sendung „mitenand.“

  • 1529 Aufenthaltstage
„Rund um das Haus Gräben, Bagger, Lastwagen, Pressluftbohrer und im Haus der Schreiner. Mitten darin 12 Kinder und wir Erwachsenen. Dank den starken Nerven unserer Mitarbeiter verlief alles ohne nennenswerte Zwischenfälle. Die Kinder fanden es spitze. Na ja.“ Ruth Hintermann

1990

Wegen der Aus- und Umbauten, die sich 1990 in vollem Gang befinden, können weniger Gäste aufgenommen werden. Dafür gibt es Bau- und Betriebsbeiträge in der Höhe von 145'000 Franken für den Ausbau rollstuhlgängiger Zimmer mit dazu passenden Duschen und Toiletten. Zudem werden im ersten Obergeschoss das Praktikanten-Zimmer mit Dusche und WC, der Therapieraum und das Büro fertig gestellt.
Die Thalwiler Kerzenfrauen veranstalten zugunsten der Chasa Flurina ein Kerzenziehen. Die „Reisegruppe Flurina“ macht einen Ausflug nach Holland.

  • 1333 Aufenthaltstage
„Zwei Wochen atmen, uns besinnen auf das, was war – und auf das, was auf uns zukommt. Ein wenig mit der Zeit spielen können; einmal in Ruhe essen oder sich etwas erzählen. Alle kleinen alltäglichen Dinge geniessen wir, denn wir wissen unsere Kinder an einem schönen Ort in guten Händen.“ Die Eltern von Tobias und Joel

1989

Der Verein Chasa Flurina zählt mittlerweile 81 Mitglieder. Erneut gibt es Betriebsbeiträge von 35'000 Franken von der Mayer-Stiftung sowie 25'000 Franken von der Stiftung „Denk an mich“ von Radio DRS. An weiteren Spendeneinnahmen können knapp 36'000 Franken verzeichnet werden. Raphael wird vom Feriengast zum dauerhaften Besucher. Gründung der „Reisegruppe Flurina“ mit dem Ziel, jedes Jahr eine Reise ins Ausland zumachen – begonnen wird 1989 mit Venedig. Zwei Gäste versterben 1989 in der Chasa Flurina.

  • 1494 Aufenthaltstage
„Als ich meine beiden Töchter während ihrer Ferien in der Chasa Flurina einmal anrief, sagte die eine: „Nicht jetzt, ruf doch später wieder an, wir sind am Spielen!“ Das war Grund genug für mich, auch die letzten Schuldgefühle des „Weggebens“ abzubauen.“Ursula Weiss-Straub

1988

10 Jahre Chasa Flurina: Es gibt Betriebsbeiträge von 35'000 Franken von der Mayer-Stiftung sowie 10'000 Franken von der Kufner-Stiftung. Der Verein „zur Förderung geistig Invalider“, Bezirk Horgen, zahlt einen Baubeitrag von 10'000 Franken. Gemäss dem Entscheid der kantonalen Steuerverwaltung wird die Chasa Flurina von den Steuern befreit – Spenden an den Verein sind in Zukunft abzugsberechtigt. Als neuer Präsident und Nachfolger von Hans Ritter wird Marcel Candraja gewählt. Ueli Hintermann zieht nach 10 Jahren folgendes Fazit: „Unsere Zielsetzungen konnten mit zwei Einschränkungen erreicht werden. Zum einen können erwachsene Rollstuhlgäste noch nicht aufgenommen werden, weil der Ausbau noch nicht so weit fortgeschritten ist. Zum anderen konnten wir auch im zehnten Jahr keine ausgeglichene Rechnung präsentieren.“

  • 1140 Aufenthaltstage
„Für einen meiner Patienten suchte ich einen Ferienplatz, wo er sowohl Erholung als auch Begleitung in menschlicher Hinsicht finden sollte, ohne als psychiatrisch-therapeutischen Fall behandelt zu werden. Es war eine glückliche Fügung, dass er in der Folge in der Chasa Flurina seine Ferien verbringen konnte – und er kehrte überglücklich und in jeder Hinsicht erholt zurück. Seither hat er bereits mehrmals Ferien hier verbracht – die Chasa Flurina bedeutet für ihn ein Stück Heimat und Geborgenheit, die er sonst nicht leicht finden kann.“Dr. med. M. Keller, Psycho-Therapeut

1987

Die erste Ausbau-Etappe – ein neues Dach über dem Scheunenteil und zwei Zimmer für die Leiterwohnung – ist abgeschlossen; nicht zuletzt dank der grossen Eigenleistung der Aktivmitglieder Wolfgang Schönfelder, Louis Heinz Liesch und Walter Hiestand. Die„Stiftung für das cerebral gelähmte Kind“ sichert 20'000 Franken für den Weiterausbau zu; von der Karl Mayer-Stiftung erhält die Chasa Flurina 25'000 Franken. Zudem gibt es positiven Bescheid vom Bundesamt für Sozialversicherungen: Der Gesamtausbau wird subventioniert; mit einer ersten Subvention von 70'000 Franken; 25 Prozent der bereits getätigten Bauausgaben. Vereinspräsident Hans Ritter tritt auf Ende Jahr zurück.

  • 1420 Aufenthaltstage
„Es war für mich immer einer der glücklichsten Momente, wenn ich Raphael im Sommer und Herbst nach seinen Ferien in Lavin abholen durfte. Was trat mir da für ein wacher, fröhlicher Bub entgegen! Für mich war es beeindruckend zu erleben, was mein Kind alles konnte, wenn man versteht, es zu führen und ihm in richtiger Art und Weise Vertrauen zu schenken weiss.“ Cécile Huber

1986

Der Vorstand treibt die Planung des Um- und Ausbaus der Chasa Flurina weiter voran. Geplant sind im Untergeschoss ein Abstellraum, im Erdgeschoss ein Vorplatz, ein Schlafzimmer sowie ein Arbeits- und Aufenthaltsraum. Im ersten Obergeschoss soll ein zusätzliches Schlafzimmer entstehen; im zweiten Obergeschoss neu ein Praktikantenzimmer, ein Büro- und Therapie sowie ein Arbeits- und Aufenthaltsraum. Vereinspräsident Hans Ritter schreibt im Jahresbericht 1986: „Um das Haus in den heutigen Zustand zu bringen, wurden seit seinem Bestehen – inklusive Liegenschaftserwerb und Instandstellungs arbeiten - knapp 390'000 Franken investiert Die Baukostenschätzung für das geplante Projektrechnet mit Kosten von 720'000 Franken. Und weiter: „Die Verhandlungen mit dem Bundesamt für Sozialversicherungen IV haben gezeigt, dass dieses bereit wäre, an die Gesamtaufwendungen einen Baubeitrag von 25 Prozent zu gewähren. “Die Karl Mayer-Stiftung überweist einen Betrag von 45'000 Franken, dank dem das Betriebsdefizit von knapp 20'000 Franken getilgt werden kann. Die Züricher Stiftung für psychisch Kranke spendet 10'000.

  • 1264 Aufenthaltstage
„Durch die erholsamen freien Wochen bekam ich Abstand von Roger und konnte meine Situation als Mutter eines behinderten Kindes überdenken. Es war wieder möglich, die vielen positiven Seiten meines Sohnes zusehen. Auch meine Ablösung von ihm hatte einen Schritt vorwärts gemacht. Mein älterer Sohn Daniel hat die Zeit, die ich ihm schenken konnte, ebenfalls sehr genossen.“Burghild Wiget

1985

Die „Schweizerische Stiftung für das cerebral gelähmte Kind“ mit Sitz in Bern überweist 15'000 Franken für den Bau eines rollstuhlgängigen Balkons. Da viele der Gäste auf den Rollstuhl angewiesen sind, drängt sich die Planung von weiteren baulichen Veränderungen auf. Der Migros-Genossenschaftsbund leistet einen Beitrag von 10'000 Franken für die Anschaffung eines neuen, auch für Rollstühle geeigneten Autobusses. Der Verlust in der Erfolgsrechnung beträgt knapp 20'000 Franken; dies trotz Spenden in der Höhe von rund 18'000 Franken. Ueli Hintermann schreibt im Jahresbericht: „Kontakte mit dem Bundesamt für Sozialversicherungen bezüglich Betriebsbeiträgen zeigen, dass die Zeit dafür noch nicht ganz reif ist.“

  • 1345 Aufenthaltstage
„Für die Behandlung und Wiedereingliederung akut Kranker und die Heilung heilbarer Krankheiten wird viel getan. Die ununterbrochene Fürsorge für die dauernd Behinderten und für die chronisch Kranken jedoch wird bedenklich vernachlässigt. Hier kann das Wirken der Chasa Flurina zeigen, wie viel man mit Güte und Hingabe gerade auch für die dauernd Behinderten tun kann.
Wir wünschen uns, dass dieses Wirken zu einem vorbildlichen Beispiel dafür wird, wie man tragische Lücken in unserem Gesundheitswesen ausfüllen kann.“
Prof. Dr. med. Manfred Bleuler, Zollikon

1984

1984 ist das erste ganze Betriebsjahr, während dem der Chasa Flurina ein Verein als Träger vorstand. Pro Infirmis unterstützt den Verein mit 10'000 Franken. Die Erfolgsrechnung schliesst mit einem Verlust von knapp 40'000 Franken. „Die fast uneingeschränkte positive Resonanz stärkt unsere Gewissheit, auf dem richtigen Weg zu sein“, schreibt Ueli Hintermann im Jahresbericht. Für mehrere Wochen weilt Andrea Platte, eine Studentin der Sonderpädagogik aus Köln/Essen, in der Chasa Flurina.

Das Tal, das Dorf, das Haus sind für Ferien geradezu einladend. Die Gäste kommen, um Urlaub zu machen. Sie werden nicht therapiert und nicht mit Programmüberhäuft. Die Therapie ist der Alltag, das Leben.“ Andrea Platte

1982 – 1983

Der Verein Chasa Flurina wird im Hotel„Sandi“ in Bad Ragaz gegründet und bildet neu die Trägerschaft für das Projekt. Erster Präsident ist Hans Ritter; im Vorstand sind Mirta Sandrowski, Erika Schönfelder, Arthur Herrmann und Robert Weiler. Von den Jahren 1982 und 1983 wurden keine Jahresberichte verfasst, es existieren einzig die Rechnungen.
So betrugen die Einnahmen aus Pensionsgelder im Jahr 1983 knapp 46'000 Franken; Spenden gingen damals gut 22'000 Franken ein. Die Nachfrage nach Ferienplätzen ist bereits zu Beginn gross. 1983 gibt Ueli Hintermann seine Teilzeitstelle als Bankkaufmann in St. Moritz auf, um sich vollumfänglich der Chasa Flurina widmen zu können. Zu den ersten Gästen der Chasa Flurina gehörte die geistig behinderte Schwester von Gertrud Bernoulli.

„In Ruth und Ueli Hintermann bin ich Menschen begegnet, die ohne lange Erklärungen begreifen können, welche Schwierigkeiten und Sackgassen sich im Alltag mit einem behinderten Familienmitglied ergeben können. Solches Verständnis tut uns Betroffenen gut.“ Gertrud Bernoulli

1978 – 1981

Ruth und Ueli Hintermann verwirklichen ihren Traum von einem Ferien- und Therapiehaus für behinderte Menschen und kaufen in Lavin die Chasa Flurina – im Wissen, dass damit einige Renovations- und Umbauarbeiten auf sie zukommen werden. „Für uns war klar: Wir wollten ein Haus im Kanton Graubünden,innerhalb von einem Dorf in der Nähe eines Bahnhofes gelegen, möglichst günstig und sofort bezugsbereit“, erinnert sich Ruth Hintermann. „Wir gaben in der Zeitung ein Inserat auf, in dem stand, dass wir ein Haussuchen für die Gründung einer sozialen Institution. Rund 40 Angebote trafen bei uns ein – mit Preisen zwischen 60'000 und 2,5Millionen Franken“, sagt Ueli Hintermann. Die Familie zieht mit den beiden Söhnen Marcel und Felix nach Lavin; der dritte Sohn Thomas kommt hier zur Welt. Das Projekt läuft in den Anfangsjahren auf privater Basis.

„Die allererste Spende erhielten wir von meiner Tante – sie drückte uns mitten auf der Strasse eine 50er-Note in die Hand. Obwohl unser Projekt erst in unseren Köpfen existierte.“ Ueli Hintermann





    Verein Chasa Flurina, Stradun 30, 7543 Lavin    |       081 862 26 86   |    081 862 22 82    |   
E-Mail: info@chasa-flurina.ch
Spenden-Konto: Graubündner Kantonalbank CH84 0077 4110 3080 6090 0 Clearing 774

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